Gibt es typische Anzeichen für MDS?

  • MDS führt zu Blutmangel (Anämie), der sich wiederum durch Müdigkeit und Atemnot bemerkbar macht.
  • Auch vermehrte Infekte und kleine, punktförmige Blutungen können auf MDS hinweisen.

Wichtig zu wissen ist, dass alle hier genannten Symptome allein kein eindeutiger Hinweis auf eine bestehende MDS-Erkrankung sind. Diese können auch ganz andere Ursachen haben. Daher wird Ihr Arzt Sie mit sehr viel Sorgfalt untersuchen bzw. Untersuchungen durch einen Spezialisten veranlassen, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können.

Oft müde und schlapp? Mögliche Ursache: eine Anämie (Blutarmut)

Häufig macht sich als erste spürbare Auswirkung von MDS eine sogenannte Anämie (im Volksmund: Blutmangel) bemerkbar. Man fühlt sich ständig müde und schlapp. Ursache hierfür ist, dass bei einer Anämie zu wenig gesunde, Sauerstoff transportierende rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut vorhanden sind. Dadurch ist die Menge an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) geringer, denn Hämoglobin befindet sich überwiegend in den Erythrozyten. Ein Mangel an roten Blutkörperchen führt dazu, dass unsere Organe zu wenig Sauerstoff erhalten. Betroffene fühlen sich nicht nur häufig schnell müde und schlapp, sondern klagen z.B. auch über Schwindel, Kurzatmigkeit, Atemnot und Herzrasen. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass aufgrund des Mangels an roten Blutkörperchen (einschließlich Hämoglobin) oftmals auch Schleimhäute wie Mund- und Nasenschleimhaut erblassen.

Aber auch beim Auftreten einer Anämie und deren Anzeichen ist zu beachten, dass deren Ursachen nicht unbedingt auf eine MDS zurückzuführen sind, sondern dass diese auch ganz andere, harmlosere Ursachen haben können.

Höhere Infektanfälligkeit?

An MDS Erkrankte leiden in der Regel häufiger an Infektionskrankheiten als gesunde Menschen. Woran liegt das? Grund dafür ist, dass unser Abwehrsystem, das maßgeblich durch sogenannte Leukozyten gebildet wird, bei einer MDS-Erkrankung deutlich geschwächt ist. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind Abwehrzellen (Immunzellen) und verteidigen unseren Körper gegen eindringende Erreger. Sie befinden sich nicht nur im Blut, sondern in allen Geweben unseres Körpers. Bei MDS kann es durch die häufig verringerte Zahl bestimmter reifer Abwehrzellen, sogenannter neutrophiler Granulozyten, vermehrt zu Infektionen kommen.

Nicht heilende Wunden, blaue oder rote Flecken?

Bei MDS sind häufig auch die sogenannten Blutplättchen (Thrombozyten) vermindert. Sie sind unter anderem in unserem Körper dafür zuständig, dass offene Stellen (z.B. eine Schnittverletzung) schnell geschlossen und Blutungen gestoppt werden. Durch einen Mangel an Blutplättchen heilen Wunden eventuell langsamer aus als es normalerweise der Fall ist. Weitere Auffälligkeiten sind, dass selbst kleine Stöße häufiger zu blauen Flecken führen und Betroffene zu verstärktem Zahnfleisch- oder Nasenbluten neigen. Mitunter erscheinen auf der Haut auch kleine Einblutungen in Form von punktförmigen, roten Flecken, sogenannte „Petechien”.

Die oben genannten Beschwerden bzw. Auffälligkeiten sind zwar für Patienten vielfach unangenehm, aber nicht unmittelbar bedrohlich. Nur in seltenen Fällen kommt es zu schweren Blutungsstörungen. In diesen Fällen ist eine sofortige Behandlung durch einen Arzt notwendig.