Ursachen – wie entsteht MDS?

  • In den meisten Fällen entsteht MDS spontan und im höheren Alter.
  • Genetische Veränderungen in den Blutstammzellen sind Ursache der Erkrankung.
  • Es besteht keine Ansteckungsgefahr, MDS ist nicht erblich bedingt.

Primäres und sekundäres MDS – wo liegt der Unterschied?

Sollten Sie selbst oder ein naher Angehöriger von Ihnen erkrankt sein, fragen Sie sich nach der Diagnose von MDS vielleicht, warum diese Erkrankung gerade bei Ihnen bzw. einem Ihnen nahestehenden Menschen aufgetreten ist. Auf diese Frage gibt es bis heute keine eindeutige Antwort. Bei der überwiegenden Anzahl der Erkrankten (ca. 90 Prozent der Fälle in Deutschland) findet sich kein ersichtlicher Grund für das Auftreten von MDS2.

Im Falle einer MDS-Erkrankung treten in ursprünglich gesunden Genen der Blutstammzellen im Laufe des Lebens spontan kleine Veränderungen auf, die schließlich MDS verursachen. Ärzte sprechen wegen dieser neu entstandenen Veränderungen im Bauplan der Blutstammzellen auch von einem „primären MDS“ oder „de novo MDS“.

Deutlich seltener (ca. 10 Prozent in Deutschland) sind die sogenannten „sekundären MDS“ – sprich Folgeerkrankungen2. Bei diesen Betroffenen sind die genetischen Veränderungen in den Blutstammzellen nicht zufällig entstanden, sondern höchstwahrscheinlich durch äußere Einwirkung, wie etwa durch den früheren Einsatz einer Strahlen- oder Chemotherapie.

Wo liegt die Ursache einer MDS-Erkrankung?

Heute weiß man, dass bei MDS die Bildung der sogenannten myeloischen Blutzellen gestört ist. Unsere Blutzellen bestehen – vereinfacht gesprochen – aus drei Zelltypen:
rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Bei MDS sind die myeloischen Zellen betroffen, das sind bestimmte Typen (Linien genannt) von Zellen, unter anderem sogenannte Granulozyten, Monozyten, Erythrozyten und Thrombozyten. Bei MDS sind ein, zwei oder drei myeloische Zelltypen vermindert (Zytopenie).

Im Krankheitsfall reifen viele myeloische Vorstufen nicht vollständig aus oder sterben verfrüht. Dadurch sind sie auch verformt (Dysplasie). Darüber hinaus bilden die kranken Blutstammzellen im späten Stadium der Erkrankung vermehrt unreife myeloische Zellen (Blasten) und es besteht die Gefahr, dass die MDS-Erkrankung in eine Akute Myeloische Leukämie (AML) übergeht. Wegen all dieser Variationen kann eine MDS-Erkrankung bei jeder/m Betroffenen sehr unterschiedlich verlaufen. Um die spezielle Unterart von MDS (Subtyp) bestimmen und behandeln zu können, wird ein Arzt, der sich auf die Behandlung solcher Erkrankungen spezialisiert hat (Hämatologe/Onkologe), Blutkontrollen im Verlaufe der Erkrankung bei den Betroffenen durchführen.

Sind Myelodysplastische Syndrome ansteckend oder vererbbar?

Vielleicht ist es wichtig für Sie zu wissen, dass eine MDS-Erkrankung weder ansteckend noch vererbbar ist. Unabhängig davon, wie es zu den genetischen Veränderungen kam, sind diese nur in den veränderten Blutstammzellen und den daraus entstehenden myeloischen Blutzellen zu finden. Sie werden weder an Kinder weitergegeben noch werden sie wie eine ansteckende Erkrankung übertragen.

2Leitlinie Myelodysplastisches Syndrom von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie, abrufbar hier