Was ist ein Myelodysplastisches Syndrom?

  • Myelodysplastische Syndrome (MDS) bezeichnen eine Gruppe seltener Bluterkrankungen mit ähnlichen Krankheitsmerkmalen.
  • Bei MDS ist die Bildung bestimmter Blutzellen (myeloische Zelllinie) gestört.

Als Myelodysplastische Syndrome (MDS) wird eine Gruppe seltener Bluterkrankungen bezeichnet, bei denen die normale Blutbildung bei den Betroffenen auf ähnliche Weise gestört ist. Zu einem Myelodysplastischen Syndrom kann es kommen, wenn sich bestimmte Gene der sogenannten Blutstammzellen im Laufe des Lebens krankhaft verändern. Die Blutstammzellen sind eine kleine Gruppe von Zellen im Knochenmark, aus denen während des gesamten Lebens immer wieder neue Blutzellen gebildet werden. Durch die Veränderungen in den Genen können bei MDS nicht mehr genügend reife Blutzellen gebildet werden. Stattdessen gelangen im Verlauf der Erkrankung vermehrt unreife und verformte Blutzellen in die Blutbahn. Da MDS für jede/n Betroffene/n sehr unterschiedlich verlaufen kann – sie reichen von einer milden Ausprägung bis zu aggressiven Formen –, ist es schwer, allgemeine Aussagen über Krankheitsverlauf und Prognose zu treffen. In den letzten Jahren verstehen Forscher und Mediziner die komplexen Mechanismen, die MDS zugrunde liegen, allerdings immer besser. Das hat auch dazu geführt, dass es mittlerweile sehr unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten für MDS gibt.

MDS – vorwiegend bei älteren Menschen?

Grundsätzlich kann man diese Frage bejahen, da das durchschnittliche Erkrankungsalter von MDS bei über 70 Jahren1 liegt. Aber auch Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene können, wenn auch wesentlich seltener, an MDS erkranken.

Zahlen & Fakten

  • 4–5 Fälle pro 100.000 Einwohner / Jahr in Deutschland1
  • 30 Fälle pro 100.000 Einwohner / Jahr in Deutschland bei Patienten über 70 Jahre
1Neukirchen J, Schoonen WM, Strupp C et al.: Incidence and prevalence of myelodysplastic syndromes: data from the Düsseldorf MDS-registry. Leuk Res 35:1591-1596, 2011. DOI:10.1016/j.leukres.2012.04.006